Historische Wanderweg Giswil

Historischer Wanderweg Giswil

 

 


Der Historische Wanderweg Giswil besteht aus zwei Teilen:
 
Route 1: Rudenz und Kleinteil, Start beim Bahnhof Giswil.
Marschzeit ca. 2 Stunden.
 
Route 2: Grossteil, Start bei der Kirche Grossteil, Marschzeit ca. 2 Stunden.
Beide Routen sind gut und leicht begehbar mit Historische Wanderweg Giswilgekennzeichnet, sie können miteinander kombiniert (siehe Plan) oder mit dem Velo befahren werden.
Eindrückliche und vergnügliche Einblicke in Giswils Ortsgeschichte auf dem Historischen Wanderweg wünscht Ihnen

                                                            Giswil-Mörlialp Tourismus

Verpflegungsmöglichkeiten:

  • Hotel-Restaurant Bahnhof
  • Hotel-Restaurant Krone
  • Restaurant-Café Träumli
  • Hotel-Restaurant Alpenrösli
  • Landgasthaus Grossteil
  • Restaurant-Café Siesta
  • Hotel-Restaurant Landhaus
  • Camping am Sarnersee
 

Picknick:

  • Im Bachbett der Laui
  • Bei der Schlegelsäge (Rotary Club)
  • Kinderspielplatz Giswil
  • Steinibach
  • Beim Camping am Sarnersee

 

Plan Historische Wanderweg

 

 

 

 

Plan Historische Wanderweg
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1. Burgruine Giswil

Der Wohnturm wurde im 13. Jahrhundert erbaut und hat seinen Namen vom Geschlecht der Rudenz, das aus dem Berner Oberland (Meiringen) stammte, wo Ritter Heinrich I. 1252 erstmals belegt ist.
1314 zinsten die Rudenz ab Gütern in Giswil dem Kloster im Hof zu Luzern und der Namen „Rudentz“ erscheint bereits als Flurname. Mitte des 14. Jahrhunderts ging auch das Meieramt von Giswil an die Rudenz über. In der Zeit von 1361-1366 verkauften sie jedoch ihren ganzen Besitz im Berner Oberland und in Obwalden, um das Erbe des letzten Freiherrn von Attinghausen in Uri antreten zu können.
1478 ist die „Veste“ Rudenz im Besitz des berühmt-berüchtigten Landammanns Heinrich Bürgler (Amstaldenhandel).
Im 16. Jahrhundert wurde die Burg zu einem Haus umgebaut. Der Basler Konrad Schnitt schrieb um 1530: „Burg Rudenz nit wit vom Hunwiler Seeli ist jetzt ein Hus“. Es scheint, dass das Haus mit der Burg langsam zerfallen ist.
Im 17. bis 19. Jahrhundert sind es vor allem die Flurnamen Burgmatte, Burgrain, Schlossmatten, Matten in der die alte Burg steht, in verschiedenen Urbaren, Rechnungsbüchern und Gülten, die an die Burg erinnern.

Ruine Rudenz

2. Wuosthütte

Die Wuost-Hütte ist eine echte Obwaldner Alphütte aus dem Jahre 1755. Sie stand bis vor wenigen Jahren auf der Alp Wuost, zwischen Miessenstock und Glaubenberg.
Als die Alp Wuost nicht mehr mit Vieh bestossen wurde, taten sich 1984 einige Giswiler zusammen und beschlossen, die nicht mehr benötigte Wuost-Hütte abzubauen und hier an dieser Stelle wieder aufzubauen, um sie so der Nachwelt zu erhalten und der Bevölkerung zugänglich zu machen.
Die Alphütte besteht aus zwei Räumen, vorne die russgeschwärzte Käserei mit offener Feuerstelle und im bergseitigen Teil der „Milchhuis“ genannte Käsekeller sowie die Schlafstätte der Älpler.

 
Wuosthütte

3. Fischerhütte

Das heute als Holzhütte genutzte, an den Garten des Pfarrhauses gebaute Gebäude, war früher eine Schiffhütte und erinnert heute noch an den Rudenzersee.
Dieser See mit Fisch- und anderen Nutzungsrechten hatte den Ausfluss beim Café Träumli und war in Privatbesitz. Im Jahre 1648 wurde er von den Kilchern gekauft und nach dem Bau eines Abflusses beim heutigen Hotel Krone im Jahre 1768 abgelassen. In der Folge entstand ein sumpfiges, trostloses Feuchtgebiet mit Krankheitserregern. Der Arzt und Gemeindepräsident Dr. Peter Halter (1795-1865) war im 19. Jahrhundert bemüht, den Seegrund zu entwässern. Das Aaried, wie es heute heisst, wurde erst im zweiten Weltkrieg im Zuge der Anbauschlacht ganz trockengelegt.

 
Fischerhütte

4. Sigristenhaus

Das Sigristenhaus (das Haus des Küsters) wurde 1783 nach dem Ablassen des Rudenzer Sees erbaut und 2004 umfassend renoviert. Vermutlich wurde das alte Haus des Sigristen durch einen Brand zerstört. Im Gegensatz zum Pfarrhaus weist das Sigristenhaus immer noch das aus der Bauzeit stammende flache Tätschdach auf. Diese schwache Dachneigung ermöglichte die Befestigung der Holzschindeln mit Rundhölzern und Steinen.

 
Sigristenhaus

5. Pfarrhaus

Im Jahre 1633 wurde auf dem von Caspar Müller gestifteten Grundstück ein neues Pfarrhaus gebaut. Das wurde mit der Verlegung der Pfarrkirche an den heutigen Standort notwendig.
Im Parterre befindet sich der Gerichtssaal, in dem das Siebnergericht tagte. Das Haus ist im 18. Jahrhundert als Zeichen der Gerichtsbarkeit rot angestrichen worden. Als Farbe wurde Ochsenblut verwendet, es handelt sich jedoch lediglich um die Bezeichnung für einen tiefen rotbraunen Farbton, Blut ist darin natürlich nicht enthalten.

 
Pfarrhaus

6. Hügel mit der Pfarrkirche, ehemals Sitz der Herren von Hunwil

Auf diesem Hügel bauten um 1300 die Herren von Hunwil eine Burg. Diese stammten aus dem Kanton Luzern und kamen, vermutlich wegen dem Verkauf der Murbacher Höfe an Österreich, nach Obwalden. Sie erlangten innert kurzer Zeit eine dominierende Stellung, und die Familie stellte in der Zeit von 1328 bis zu ihrer Absetzung an der Landsgemeinde 1382 fast ununterbrochen den Landammann. Das Meieramt von Giswil ging 1361 von den Rudenz an die Hunwil über. Nach deren Wegzug kauften die Kirchgenossen von Giswil dieses Meieramt und die damit verbundene hohe Gerichtsbarkeit. Dadurch wurde Giswil ein Freistaat im Lande Obwalden mit eigenem Blutbann und allen Rechten. Die aus dem Kauf entstandenen Konflikte wurden 1432 von einem eidgenössischen Schiedsspruch geschlichtet und die Giswiler verloren ihre vorrechtliche Stellung wieder. Die Burg verblieb nach dem Wegzug in deren Besitz. Die „Zwingelmatte“, wie sie genannt wurde, sowie Nutzungsrechte am Rudenzersee kamen vermutlich im 15. Jh. in den Besitz der Familie Imfeld und Wirz in Sarnen. Aus der Bauzeit der Burg sind noch Teile der Umfassungsmauer, vor allem gegen die Strassenseite, erhalten geblieben.


Die neue Kirche

Nach dem Untergang der alten Pfarrkirche anno 1629 beschlossen die Kilcher auf Anraten eines Schiedsgerichts, das Gotteshaus auf dem „Zwingel, wo die Herren von Hunwil Schloss gestanden“ neu aufzubauen und kauften von Landammann Sebastian Wirz das Land. Baumeister war Jacob Dellbraf aus dem Maggiatal. Am 25. Juni 1635 wurde das neue Gotteshaus mit seinen drei Altären eingeweiht. Der Kirchenpatron ist, wie schon in der alten Kirche, der hl. Laurentius.
 
1744 fand eine Renovation durch den Baumeister Johann Anton Singer aus dem Tirol statt.

1781 erhielt die Kirche neue Altäre und eine Kanzel von Josef Waser aus Wolfenschiessen.

Das Hochaltarbild, den hl. Laurentius darstellend, wurde von Josef Reinhard aus Luzern gemalt. Die Bilder auf den Seitenaltären wurden 1970 bei der letzten Renovation aus Spanien zugekauft.
1823 wurde die Kirche um zwei Fenster verlängert.
 
Das dem hl. Michael geweihte Beinhaus neben der Pfarrkirche wurde 1657-1661 von Balzer Dellbraf, dem Sohn des Baumeisters der Pfarrkirche, erbaut. Es ist ein einfacher Renaissancebau und enthält gemalte Altarbilder von Franz Othmar Gisig aus Sarnen. Die fünf Statuen auf dem Altar sind 1992 gestohlen worden, 2002 wurden davon Kopien erstellt.
 
Vor dem Beinhaus bietet sich ein herrlicher Ausblick auf die Giswiler Landschaft und bei schönem Wetter auf die Wetterhorngruppe.

 
Pfarrkirche

7. Gedeckte Holzbrücke über die Laui

Diese Brücke wurde 1939 erbaut. Vorher überquerte man hier die wilde, heute kanalisierte Laui auf einem (bei drohendem Hochwasser) demontierbaren Brettersteg. Die Brücke ist mit Holzschindeln gedeckt und weist beidseits unter dem Krüppelwalm je einen sinnigen Spruch auf.

 
Holzbrücke
 
KrüppelwalmAls Krüppelwalm bezeichnet man eine Dachkonstruktion, bei der im Unterschied zum Walmdach die Schräge an einer oder beiden Giebeldächern lediglich teilweise angelegt ist. Es bleibt also ein trapezförmiger Restgiebel erhalten.

8. Kapelle „Alte Kirche“

Die offene Kapelle, die 1935 anstelle eines alten Helgenstöcklis erbaut wurde, erinnert an die Stelle, an der die alte Pfarrkirche am 13. Juli 1629 von der Laui schwer beschädigt wurde. Die erste Kirche, die vermutlich ebenfalls hier gestanden hat, dürfte wegen dem Patrozinium des hl. Laurentius im 11. Jh. erbaut worden sein. In dieser Zeit wurde auch Lungern von der Kirche Giswil aus betreut. Vermutlich wurde im 15. Jh. nach einem Brand eine neue Kirche gebaut, die kurz vor dem Untergang 1629 noch renoviert wurde. Die Ruine des alten Kirchenturmes soll noch bis ins Jahr 1822 zu sehen gewesen sein. Heute ist der genaue Standort der alten Kirche nicht mehr bekannt. Die Pietà ist eine Kopie, das Original steht in der Pfarrkirche St. Laurentius und stammt aus der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts.

 
alte Kirche Giswil

9. Schlegelsäge

Die Schlegelsäge wurde 2002-2004 von Mitgliedern der Heimatkundlichen Vereinigung Giswil gebaut. Schlegelsäge wird sie genannt, weil das Gatter jeweils von einem Schlegel hochgedrückt wird, um anschliessend beim Herunterfallen einen Sägezug auszuführen. Vorbild war die „Alte Säge“ im Kleinteiler Dörfli, am Wissibächli unterhalb der Kapelle, heute ist dort lediglich noch das Gebäude zu sehen.
Weitergehende Informationen zur Schlegelsäge entnehmen Sie bitte im bereitgestellten Prospekt.

 
Schlegelsäge

Mögliche Erweiterung der Wanderung auf dem
 
Erlebnispfad zur Steibi
Von der Schlegelsäge aus lohnt sich ein Abstecher dem Altibach entlang hinauf zur <<Steibi>>, dem Wasserfall im Altibach.
Hier wurde 1923 ein Tunnel erstellt, um das Flössholz unbeschadet neben dem Wasserfall hinunter ins Tal zu bringen.
Wanderzeit: ca. 1 bis 1.5 h.
 
Steibi Wasserfall Giswil

10. Alter Turm Kleinteil

Die Burgruine im Kleinteil, seit dem 17. Jh. Rosenberg genannt, ist der Überrest eines Meierturmes. Der Turm wurde wohl im 13. Jahrhundert inmitten eines nicht näher definierbaren, vielleicht bis in die Jahrtausendwende zurückreichenden Gebäudekomplexes, errichtet. Bei diesem Gebäude handelte es sich um den Hof zu Giswil, einen der 16 Meierhöfe des Benediktinerstifts Luzern-Murbach in der Innerschweiz, und um das herrschaftliche Verwaltungszentrum dieses Stiftes im oberen Talabschnitt Obwaldens.
Mit dem Amt des Meiers war auch die Hohe Gerichtsbarkeit verbunden. Der Namen Galgenmattli im Guberli erinnert an den dort gestandenen Galgen. Der steigende Wolf im Wappen von Giswil stammt aus dem Wappen des Klosters Murbach. 1291 musste das Kloster seine Besitzungen an Habsburg verkaufen und der Turm verlor langsam seine Bedeutung.

 
Rosenberg Giswil

11. Kapelle im Kleinteil

Die Kapelle im Kleinteil wurde in den Jahren 1664-1667 von Balzer Dellbraf errichtet. Sie wurde 1684 eingeweiht und ist dem hl. Anton von Padua geweiht. Die Kapelle hat eine schlichte, teilweise barocke Ausstattung. Das Kreuz an der inneren Rückwand der Kirche stammt aus der alten gedeckten Holzbrücke über den Bluiwelbach. Diese wurde 1933 abgerissen. Der Altar stammt aus der Bauzeit und ist stilistisch verwandt mit dem Altar des Beinhauses in Rudenz. Die Arbeit wurde vermutlich von den gleichen Handwerkern ausgeführt.

 
Kapelle Kleinteil

12. Haus im Grütli

Dieses Haus ist ein Doppelhaus, der linke Teil stammt aus dem 16. Jahrhundert. Die rechte Seite wurde in der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts angebaut, aus dieser Zeit sind noch Konsolenfriese vorhanden. Später wurden auch hangseitig diverse Anbauten vorgenommen, darum weist dieses Haus heute eine für Obwalden seltene grosse Länge auf. Laut Überlieferung fanden in der Stube dieses Hauses jeweils Verhandlungen im Zusammenhang mit den Grenzstreitigkeiten zwischen Giswil und Sörenberg statt.

 
Haum im Grütli
 
Zierfriese

Zierfriese: Gothischer Rillenfries, Würfelfries auch Konsolenfries
Traditionsgemäss wurden Fensterbänke, Konsolen, Fensterpfosten, oft auch Schwellen und ganze Fensterbrüstungen mit kunstvoll geschnitzten Verzierungen versehen. Die Art der Verzierung war abhängig von der Zeitepoche und vom ausführenden Zimmermann.


13. Doppelspycher Brend
Der Doppelspycher stammt aus dem 17. Jahrhundert. Alle einfachen Spycher wurden jeweils von einem einzigen Besitzer benützt, da man den Zugang zu den persönlichen Vorräten nicht für andere öffnen wollte. Dieser Doppelspycher ist das einzige Gebäude dieses Typs in Obwalden. Die Firstlinie teilt das Gebäude in zwei symmetrisch angeordnete Hälften mit verschiedenen Eigentümern. Jeder Raum dieses Gebäudes ist durch einen separaten Zugang von aussen erschlossen.
 
Spycher Brend Spycher Brend
Speicher mit Stützen auf dem unteren Schwellenkranz. Bienenkörbe für Selbstversorger.  Fenster mit Butzenscheiben, Schiebeläden , Würfelfries
 
Spycher Brend

14. Haus in der Brend

Dieses Haus stammt aus dem Jahre 1643. Der vermutliche Bauherr war Joachim Enz. Im Jahre 1910 wurde die Neigung des Dachstuhles erhöht, der damalige Besitzer war Ratsherr Josef Abächerli. Die Detailkonstruktion des Klebdaches ist hier sehr gut sichtbar. Im Gegensatz zum Nachbarhaus im Grütli sind hier die ehemals offenen traufseitigen Lauben geschlossen und in den Wohnraum integriert worden.

 
Haus Brend

15. Haus Furren

Das Haus stammt aus dem 17. Jahrhundert. Die Wohnräume im ersten Stock weisen rekonstruierte Zugläden auf, im Gegensatz zu den Schiebläden im zweiten Stock. Typisch für das Obwaldner Bauernhaus ist das Klebdach über dem ersten Wohngeschoss. Wie der Name ausdrückt, wurde dieses Schutzdach mit Holznägeln oder verkeilten Zapfen an der Wand befestigt. Neben dem Haus ist ein hochgiebliger Spycher zu sehen, der um 1800 gebaut wurde.

 
Haus Furren

Übergang über die Laui
 
Der Übergang über die Laui soll den Wanderer an die Gefahren und Nöte erinnern, die die Laui während Jahrhunderten über Giswil gebracht hat. Das Totenbuch im Pfarrhof berichtet uns in den vergangenen dreihundert Jahren fast jährlich von tragischen Unfällen.
Meist plätschert ihr Wasser friedlich dahin und das Bachbett lädt zum Verweilen, Spielen, Planschen und Picknicken ein. Bei Schneeschmelze und bei Gewittern kann sie sich aber auch ganz anders gebärden.
 
Laui Giswil
 
 Laui Giswil

 

16. Pfarrkirche Grossteil

Die 1607 von Bauleuten aus dem Meiental (Maggiatal TI) errichtete Kapelle ist dem hl. Antonius dem Einsiedler geweiht. 1743 ist sie von Jacob und Johannes Singer umgebaut und barockisiert worden. 1757 erhielt Grossteil eine eigene Kaplaneipfrund.
Im Jahre 1844 – 1847 wurde die alte Kapelle bis auf den Turm abgerissen und nach den Plänen von Johann Jfanger, Zimmermeister aus Alpnach, durch Heinrich Bell aus Landeck im Tirol neu aufgebaut. Der barocke Hochaltar wurde 1956 gekauft, während die Seitenaltäre aus der Zeit des Neubaus stammen. 1872 ist der Turm erhöht worden. 1938-1940 wurde die Kapelle umgebaut und um zwei Fenster verlängert. 1971 ist die Kaplanei Grossteil zur Pfarrei erhoben worden. Eine gelungene Gesamtrenovation erfolgte 1995.

 
Pfarrkirche Grossteil

17. Haus und Spycher bei der Kirche Grossteil

Das genaue Baujahr dieses Hauses wurde bei der letzten Renovation 2005/2006 gefunden. Es wurde 1677 von einem unbekannten Bauherrn gebaut. Der mit dem Haus verbundene Spycher wurde 1822 gebaut. Entgegen der landläufigen Meinung wurden solche Bauten nie als Altersstöckli verwendet, sondern dienten immer der Vorratshaltung. Die Fenstereinteilung entspricht immer noch der ursprünglichen Form aus der Bauzeit.

 
Spycher Grossteil

18. Haus in der Rüti

Dieses Haus wurde im Jahre 1615 von einem unbekannten Bauherrn erstellt. Im Jahre 1752 verewigte sich Schreiner Roman Degelo hinter dem Stubentäfer. Das Haus wurde damals von Ratsherr Johann Joachim Burch bewohnt. Bei der Renovation im Jahre 1985 / 86 wurde die Blockwand erneuert. Die Fenstereinteilung aus der Bauzeit ist immer noch erhalten, Zug- und Schiebeläden wurden rekonstruiert. Ebenfalls bei der letzten Renovation wurden Reste eines Zugladens beim Estrichfenster gefunden und erneuert, eine Rarität in der Gemeinde Giswil.

 
Haus Rueti

19. Haus in der Rüti

Dieses Haus wurde 1616 gebaut. Dachneigung sowie die Fenstereinteilung stammen immer noch aus der Bauzeit. Sehr schön lässt sich hier auch die Zimmereinteilung aufgrund der Blockvorstösse (obwaldnerisch Gwätti) ablesen. Über dem eichenen Schwellenkranz (der erste Balken auf dem Mauerwerk) ist unter den Stubefenstern immer noch der Schlitz für den konischen Keilladen zu sehen. Dieser ragte beim Neubau bis zu einem halben Meter über die Blockwand hinaus. Die zunehmende Abschwindung des Bodens konnte durch Nachtreiben dieses Ladens kompensiert werden. Unter den Fenstern ist das leicht vorkragende Würfel- oder Konsolenfries zu sehen. Diese verzierten Balken sind beim Obwaldner Bauernhaus das einzige Schmuckelement im Bereich der Fassade.

 
Haus Rüti

20. Studihaus

Das Studihaus wurde laut Dendro zwischen 1460 und 1485 erbaut. Es ist damit nach unserem heutigen Wissensstand eines der ältesten Häuser in unserer Gemeinde und Obwalden. Am 23. Juli 1453 kaufte die Kilchhöri Giswil vom Probst und Kapitel in Luzern alles was sie am Hof in Giswil an Häusern und Hofstätten, (auch am Studi) Gülten, Erblehen, Zinsen und anderen Rechten besassen um den Preis von 200 Rheinischen Gulden.
Das Haus wurde vor einigen Jahren renoviert und das Aussehen der Hauptfassade entspricht wieder der Bauzeit. Der bergseitige Anbau, der die Küche und die sanitären Einrichtungen enthält, ist in moderner, aber untergeordneter Architektursprache gelöst. Das ermöglichte die weitgehende Schonung der alten Bausubstanz vor harten Eingriffen.

 
Studihaus

21. Spycher Rufi

Dieser Spycher ist der älteste noch erhaltene in Giswil. Er wurde 1608 erbaut. Die traufseitigen Lauben sind voll ausgebildet mit den charakteristischen, konkav geschnittenen Konsolenbogen. Die Türpfosten der Eingangstüre weisen am oberen Ende als Verzierungselement die klassischen Eierfasen auf. Das zum Spycher gehörende Bauernhaus wurde um 1500 gebaut und zählt im Kern zu den ältesten Bauten in Giswil.

 
 Spycher Rufi
Spycher RufiSpycher Rufi
Eierfasen am oberen Ende des Türpfostens im oberen Stock

22. Sodbrunnen Untersthalten

Das Heimet Untersthalten hatte bis 1945 eine hölzerne, danach die heute noch bestehende und 2004 restaurierte, gusseiserne Schwengelpumpe. Erst kurz vor 1970 wurde dieses Heimwesen an die Wasserversorgung angeschlossen. Bemerkenswert ist das noch sehr gut erhaltene Trockenmauerwerk des Sodes mit Bollensteinen. Der Grundwasserspiegel liegt in einer durchschnittlichen Tiefe
von 4.5 m.

 
Sodbrunnen

23. Haus Bünten

Der Bauherr dieses Hauses war der damalige Landvogt Hans Georg Schäli. Der Name der Liegenschaft war zur Bauzeit 1674 noch Ey und wurde erst 1790 in Bünten geändert. Die Schälis gehörten im 17. und 18. Jahrhundert zu den führenden Familien in Giswil. Sie hatten sich 1557 hier als Kilcher eingekauft. Neben Kirchenrat und damit Landrat war Hans Georg Schäli noch Richter am 15er Gericht, Kirchensäckelmeister, Kirchenvogt und Landvogt in den Freien Ämtern. Hier hat er wohl auch die Technik des Riegelbaus kennen gelernt, wie diese auf der Rückseite des Büntenhauses ausgeführt wurde und noch heute erhalten ist. Die Schälis waren aber auch als Handelsleute sehr aktiv und haben Beziehungen via Brünig-Grimsel- Griespass nach Italien gepflegt. Die Konstruktion dieses Hauses ist als Blockbau mit Eichenschwellen und Eckständern ausgeführt und unterscheidet sich damit von anderen Häusern in Giswil. Im Dachgeschoss ist der einzige Estrichsaal in Giswil erhalten geblieben.

 
Haus Bünten

24. Haus Bünten

Erbaut wurde das Haus im Jahre 1753 von Kirchenvogt Peter Anton Enz 1698-1753 und seiner Frau Maria Franziska Schäli. Die Sockelbemalung stammt aus der Bauzeit. Die Fenstereinteilung wurde im 19./20. Jahrhundert geändert, die Verwendung von zweiflügligen Fensterläden mit beweglichen Jalousien machte eine regelmässige Verteilung der Fenster innerhalb der Fassade notwendig.

 
Haus Bünten

25. Haus im Feld

Bauherr dieses Hauses war Landeshauptmann Peter Schäli und seine Frau Barbara Imfeld im Jahre 1625. Er starb im Jahre 1638 in Alexandria als Hauptmann in spanischem Dienst. Die drei Eidgenossen auf dem Sockel aus der Bauzeit stammen vermutlich von Sebastian Gisig, gest. 1649. Nach 1820 wurde an diesem Haus die Fenstereinteilung verändert. Dabei wurden die einzigartigen geschnitzten Fensterumrandungen ersetzt, die vorgetäuschten Eckquader stammen ebenfalls aus dieser Zeit.

 
Haus im Feld

26. Haus Nageldach

Die alten Obwaldner Bauernhäuser haben ein flaches Dach = „Tätschdach“. Die Holzschindeln waren nur mit Latten und Steinen beschwert. Später wurden, wie bei diesem Haus, die Dächer steiler ausgeführt, was die Befestigung der Holzschindeln mit Nägeln erforderlich machte. Dieses Haus war vermutlich eines der ersten Häuser mit einem genagelten Dach, darum auch der Name „Nageldach“.
Dieses Haus wurde zusammen mit dem Haus Bünten im Jahre 1674 von Johann Georg Schäli erbaut. Johann Georg Schäli war als Kirchenvogt, Richter, Landseckelmeister, Landstatthalter und Landvogt in den freien Ämtern einer der bedeutendsten Männer von Giswil im 17. Jh. Er betrieb auch mit seinem Schwager Niklaus Götschi vom Gasthaus Kreuz in Sachseln Handel mit Italien.

 
Nageldach

27. Haus im Juch

Bauherr dieses Hauses waren Johann Georg Schäli 1656-1712 und seine zweite Frau Katharina Burch im Jahre 1706. Er erhielt vom Stand Obwalden 40 Pfund an ein „zweifach Haus“, also ein Zweifamilienhaus. Die originelle Sockelbemalung stammt aus der Bauzeit. Sehenswert ist auch der sehr schöne Bauerngarten.
 

Schindelschirm: Schindeln als Wandverkleidung verbreiteten sich in der Innerschweiz erst seit dem 18. und vermehrt seit dem 19. Jahrhundert. In Unterwalden unterscheidet man zwischen „Schindäli“ und „Schiäpä“. Schindeln nennt man die langrechteckigen, von Hand der Faserrichtung entlang gespaltenen Holzbrettchen. „Schiäppä“ dagegen werden maschinell gesägt, wobei sich der Schnitt nicht genau an den Verlauf der Jahrringe hält. Das schuppenartige Muster entsteht durch das Abrunden der sichtbaren Enden.
 
Haus im Juch

28. Juchkreuz

Dieses einfache Eisenrohrkreuz wurde 1911 errichtet und 2003 erneuert. Bei der grossen Laui-Überschwemmung am 8. August 1902 soll hier die einzige Stelle im Grossteil gewesen sein, die weder von der Laui noch vom nahen Rütibach überflutet worden war.

 
Juchkreuz

29. Schrotenhaus

Beim Schrotenhaus mit seiner einmaligen Ostfassade handelt es sich um eines der ältesten Bauernhäuser in Giswil und Obwalden überhaupt. Das Holz wurde im Herbst/Winter 1466/1467 gefällt und anschliessend verbaut. Mit der Methode der Dendrochronologie konnten diese Daten sehr genau ermittelt werden. Es entspricht in der Raumeinteilung (2 Raum breit, 1 Raum tief) einem wenig bekannten, aber in der Innerschweiz in der Zeit gebräuchlichen Haustypus. Das Haus weist sehr viel originale Bausubstanz auf. Das ist dem Umstand zuzuschreiben, dass das Haus in den letzten 150 Jahren immer als Armenhaus der Bürgergemeinde Giswil genutzt wurde. Es wurde nur das allernotwendigste umgebaut, auf Komfort wurde wenig Wert gelegt. Das Haus wurde von der Stiftung PRO GISWIL vor dem drohenden Abbruch gerettet.

 
Schrotenhaus

30. Sodbrunnen Hirsgärtli

Fast jedes Haus, das nicht an einem Bach stand, hatte früher einen eigenen Sodbrunnen. Dieser war je nach Grundwasserstand bis 15 Meter tief. Das Wasser wurde in Kesseln, später mit hölzernen Schwengelpumpen heraufbefördert. Seit dem 19. Jh. sind gusseiserne Pumpen im Einsatz. Im Jahre 1922 wurde in Giswil die Gemeindewasserversorgung eingerichtet.
Dieses Sodloch ist 3 m tief, das Grundwasserniveau liegt bei 2 m. Das Wasser ist sehr klar und kalt und wurde immer als Trinkwasser verwendet. Das Sodbrunnenhaus ist ein einzigartiges Zeugnis von bäuerlicher Kultur.

 
Sodbrunnen

31. Spechtsbrendenhaus

Dieses Haus wurde laut Dendro um 1480 gebaut und hat eine sehr bewegte Geschichte mit vielen Besitzern und damit auch Eingriffen und Umbauten hinter sich. Der erste Bekannte Besitzer war 1565 Melchior Friedrich. Die letzte Renovation erfolgte 1998.

 
Dendrochronologie: Baumringdatierung, Jahresringdatierung, die zur Zeit für einen Zeitraum bis 5000 v. Chr. genaueste Methode zur Datierung archäologischer und bauhistorischer Objekte. Sie beruht auf der Auswertung der unterschiedlich breiten Jahresringe innerhalb eines Stammes
 
Spechtsbrenden

32. Spechtsbrendenhaus

Der Name Spechtsbrenden deutet einerseits auf die Rodung durch Abbrennen, andererseits auf einen Einstand von Spechten hin. Erbaut wurde das Haus laut Dendrochronologie um 1570. Der erste bekannte Besitzer um 1600 war Joachim Enz, der Vater des späteren Besitzers und Ratsherrn Joachim Enz. Im 18. Jahrhundert wurden Liegenschaft und Haus, wie in der Zeit üblich, geteilt. Im Jahre 1872 kaufte die Bürgergemeinde 2/3 des Hauses und 1913 den Rest. Das Haus wurde umgebaut und als Armenhaus genutzt. Die Substanz des Hauses litt in dieser Zeit sehr stark. Im Jahre 1973 verkaufte die Gemeinde dieses Armenhaus, durch die perfekt ausgeführte Renovation konnte dieses sehr schöne und typische Giswiler Bauernhaus erhalten werden.

 
Spechtsbrenden

33. Spechtsbrendenhaus

Im Jahre 1610 (am Giebelbalken eingeschnitzt) wurde das Haus von einem unbekannten Bauherrn und Baumeister gebaut. Der erste namentlich bekannte Besitzer war Landvogt Johann Melchior Berchtold (1650-1700), gewesener Kirchenvogt, Landsbauherr und Landseckelmeister. Der spätere Besitzer Kaplan Bieler (1790-1850) betrieb in diesem Haus eine Kaplaneiwirtschaft, das diente der Aufbesserung seines spärlichen Pfrund-Einkommens. Aus der Zeit des letzten Wirtes Alois Ambiel (1817-1899) ist das schöne Wirthausschild des Gasthauses Rössli erhalten geblieben. Der spätere Besitzer betrieb in diesem Haus eine Bäckerei und einen Krämerladen. Der erste grössere Umbau des Hauses erfolgte 1975. Da wurde das Haus zu einem 2-Familienhaus umgebaut. Die Erschliessung der oberen Stockwerke sowie die heute notwendigen sanitären Einrichtungen befinden sich im rechten Anbau.

 
Spechtsbrenden

34. Haus Kapellmatt

Dieses Haus wurde im 18. Jahrhundert erbaut. Das Haus besitzt eine originelle Sockelbemalung aus dem Jahre 1808. Blockwand und Blockvorstösse sowie Fenstereinteilung stammen aus der Bauzeit. Zu beachten sind auch der Spycher nebenan sowie das kleine Dörrhäuschen in einer Einheit, wie sie früher praktisch überall zu finden war.

GwättichopfGwättichopf: Auch Blockvorstösse; mit dieser Konstruktion sind alle spätmittelalterlichen Bauernhäuser in Obwalden in Blockbauweise aufgebaut. Darum spricht man bei einem Haus in Blockbauweise von einem „ehrlichen“ Haus, da sich an der Fassade die Zimmereinteilung ablesen lässt. Sehr oft wurden in der Vergangenheit die „Gwätti“ abgesägt, mit bedenklichen Auswirkungen auf die Statik des Hauses.
 
Kappellmatt

35. Spycher in der Ey

Auf dem bisherigen Weg konnten da und dort Spycher bestaunt werden. Hier wurden Vorräte wie Käse und Getreide gelagert.
Ein besonders schönes Exemplar mit Baujahr 1634 steht in der Ey. Dieser wurde vermutlich von Baumeister Baltzer Bieler gebaut. Dieser Spycher ist nicht unterkellert. Der doppelte Schwellenkranz aus Eiche liegt direkt auf dem Fundament auf. Zu beachten sind die zierlichen verzierten Stützen. Die eigentliche Urform einer Treppe, die Blocktreppe, führt in den Raum, wo traditionell der Käse aufbewahrt wurde. Bis ca. 1980 wurde hier immer noch Alpkäse gelagert. Im zweiten Stock wurde Getreide, Dörrobst und Trockenfleisch aufbewahrt. Unter den kleinen Fenstern, die früher mit Rundbutzenfenstern ausgestattet waren, sind Konsolenfriese als Schmuckelement angebracht. Die voll ausgebildeten Lauben sind rechts mit einem schönen Rillenfries verziert. Dieser Spycher weist immer noch die ursprüngliche Eindeckungsart mit Lärchenschindeln auf, deren Lebensdauer ca. 30 Jahre beträgt.

 
Spycher Ey

36. Chlus Dörsmatt

Ein besonderes, historisches Bauwerk steht in Dörsmatt, unterhalb des Sattelpasses: Die hälftig rekonstruierte <<Chlus>> (Triftklause). Hier wird gezeigt, wie früher mit Hilfe dieser hölzernen Talsperre Wasser gestaut und damit Holz ins Tal geflösst wurde. Ein Picknickplatz lädt dort zum Verweilen ein, die Informationstafel gibt viel Wissenswertes Preis. Die Strecke ist vom Kreisel im Grossteil mit Dörsmatt Chlus signalisiert. Ab dem Fahrverbot nach dem Zwirchi noch etwa 10 Minuten Fussmarsch.
 

 
Für weitere Auskünfte melden Sie sich bitte beim Tourismusbüro Giswil
Tel. 041 675 17 60